Im Februar waren wir für die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Tansania und haben einen 360°-Kurzfilm gedreht. Dabei haben wir viel erlebt und ebenso viel gelernt. Hier fünf Dinge, die wir beim nächsten Mal schon im Vorfeld wissen – und hier gerne weitergeben.
Auch Kameras schwitzen.
Die Hitze Afrikas macht nicht nur der Crew zu schaffen, sondern auch den Kameras: In der direkt sonnenbestrahlten Linse kann sich Kondenswasser sammeln; das Bild wird unscharf und trüb. Wichtig ist deshalb gerade bei Morgen-Aufnahmen, die Linsen gut zu prüfen. Um ein Anlaufen der Linsen zu verhindern, kann man auf die Anti-Fog-Einsätze oder Antibeschlagmittel setzen, auf Schattenplätze ausweichen oder aber ein bisschen Geduld aufbringen und warten, bis das Wasser wieder verdampft ist.
Akkus sind unverzichtbar.
Da es in den abgelegenen Dörfern Tansanias auch an Orten wie einer Schule keinen Strom gibt, sind genügend Akkus Pflicht. Obwohl wir sichergestellt haben, dass es im Hotel Strom gibt, hatten wir pro Kamera zwei Ersatzakkus dabei. Diese müssen für den Flug gemäss Sicherheitsbestimmungen der Fluglinien in einem separaten Handgepäck verstaut werden.
Gästebücher sind wichtig.
Der persönliche Kontakt mit den Behörden ist wichtig und für jedes District gibt es noch einen Chief, Officer oder Deputy, welcher begrüsst werden möchte. Ganz wichtig auch der Eintrag in das Gästebuch, auch wenn besagte Person am besprochenen Tag doch nicht im Büro ist. Es ist daher ratsam, mindestens einen halben, besser einen ganzen Tag für diese Art von Tätigkeiten einzuplanen. Dafür wird man mit Einblicken in die Verwaltung sowie viel Gastfreundschaft und Herzlichkeit belohnt.
Formulare sind ganz wichtig.
Vor der Einreise sollte jedes erdenkliche Formular im Vorfeld von Partnern im Land organisiert, ausgefüllt und unterschrieben werden. Da uns ein Formular zur temporären Verwendung von Video-Equipment fehlte, stand die Einreise auf Messers Schneide. Erst nach fast zweistündigen Verhandlungen mitten in der Nacht liess man uns mit dem Material einreisen. Dabei half, dass unser Fahrer und Helfer in der Not aus der selben Verwaltungsregion (Kanton) kam wie der Schichtleiter beim Zoll.
Es funktioniert.
Zwar mögen verschiedene Dinge unmöglich erscheinen oder auf Anhieb nicht funktionieren. Aber durch die gelassene Hilfsbereitschaft der lokalen Bevölkerung und Partner sowie der Zuversicht, dass alles gut kommt, gelingen auch Dinge, die zunächst unmöglich erscheinen.
Titelbild und Fotos: Stiftung Kinderdorf Pestalozzi/Remo Schläpfer