«I can nothing say to this issue»: Als Ueli Maurer nach seinem Besuch bei Donald Trump im letzten Mai von CNN interviewt wurde, haderte er ganz offensichtlich mit der englischen Sprache. Ob er sich für das neue Jahr(zehnt) vorgenommen hat, besser Englisch zu lernen? Als Bundesrat bleibt dafür wohl kaum Zeit. Wir haben deshalb ein Experiment gestartet: Können wir Deep Learning einsetzen, um Ueli Maurer seinen Wunsch bereits zum Jahresstart zu erfüllen?
Das Wort «Deepfake» setzt sich aus «Deep Learning» und «Fake» zusammen. Mithilfe von künstlicher Intelligenz werden täuschend echt wirkende Videos hergestellt, die nicht echt sind. Genau das haben wir mit Ueli Maurer gemacht: Als Grundlage für den Deep-Learning-Prozess dienten ein Abstimmungsvideo vom Bund und eine Aufnahme von einem englischen Sprecher, der einen von uns vorbereiteten Text vortrug. Ein sogenanntes «generative adversarial network» (GAN) analysierte das Ausgangsmaterial und generierte daraus ein neues Video. Je stärker die Grafikkarte, desto schneller kommt man zu brauchbaren Ergebnissen. Trotzdem dauerte es in unserem Fall mehrere Tage, damit das neuronalen Netzwerk ein Video von Ueli Maurer generieren konnten, welches mit den Gesichtsbewegungen unseres Sprechers übereinstimmte. Das Ergebnis unseres Experiments ist zwar verblüffend, aber nicht zu 100% überzeugend. Wir haben aber viel über die Deepfake-Technologie gelernt und wissen, was wir beim nächsten mal anders machen müssen.
Während wir hier die Technologie zum Spass eingesetzt haben (Ueli Maurer wird uns diesen Gag sicher verzeihen), gibt es natürlich auch Szenarien, bei denen Deepfakes für die Manipulation von Wählern eingesetzt werden. Gerade diese Woche hat Facebook bekanntgegeben, dass im Hinblick auf die US-Wahlen in diesem Jahr Deepfakes verboten werden (wobei für Parodien und Satire eine Ausnahme gemacht wird).
Vorläufig dienen aber die meisten Deepfake-Videos, die sich im Netz verbreiten, der Unterhaltung – zum Beispiel diese Parfum-Werbung mit Mr. Bean. Und auch im Marketing wird die Technologie schon eingesetzt, zum Beispiel in unserem Clip für Davos Klosters oder in diesem Projekt, bei dem Salvador Dalì zum Leben erweckt wurde.
Somit steht mit Deepfakes eine weitere Technologie zur Verfügung, die in der Kommunikation eingesetzt werden kann. Und die – wie im Fall von Ueli Maurer – sogar Wünsche verwirklichen kann. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein wunschlos glückliches 2020.