Christine Bill ist stellvertretende Teamleiterin der Public-Fundraising-Abteilung von Helvetas in Zürich. Sie hat uns Ende 2016 beauftragt, einen Virtual-Reality-Film zu konzipieren und umzusetzen. Gemeinsam reisten wir im März 2017 für die Dreharbeiten nach Benin. Seit August ist der Film im Strassenfundraising im Einsatz.

Christine Bill bei den Dreharbeiten in Benin.
Christine Bill bei den Dreharbeiten in Benin.

Wie kam bei euch die Idee auf, ein VR-Projekt zu realisieren?

Ich besuchte den internationalen Fundraising-Kongress und nahm an einer Masterclass zum Thmea «Face-to-Face-Spenderwerbung» teil. Dabei stellte eine grosse internationale Organisation ihr Konzept vor, wie sie auf der Strasse und in Einkaufszentren Australiens mit VR-Brillen neue Spender gewonnen hat. Ich durfte – das war das erste Mal für mich – eine VR-Brille anziehen und den Film anschauen. Dieses Erlebnis hat mich sehr berührt und tief bewegt, ich hatte Tränen in den Augen. Sobald ich zurück in der Schweiz war, habe ich mich deshalb für die Idee eines VR-Films stark gemacht… und zum Glück stiess die Idee bei meinen Vorgesetzten auf Anklang.

 

Was war die grösste Herausforderung bei der Umsetzung?

Die grösste Herausforderung bestand darin, dass wir den Film in einem fremden Land mit uns völlig fremden Leuten drehen mussten – und dafür nur eine Woche Zeit hatten. Es klappte am Ende alles wie gewünscht, trotzdem: Das nächste Mal würde ich versuchen, früher die beteiligten Mitarbeitenden vor Ort ins Boot zu holen und ihnen trotz Distanz (nicht nur örtlich, auch fachlich) zu erklären, worum es im Detail geht bei diesem Projekt.

 

Was hast du aus diesem Projekt gelernt?

Ein total neues Medium intern zu «verkaufen» benötigt eine gute Überzeugungskraft sowie Ausdauer. Zudem ist es wichtig, eine klare Vorstellung zu haben, was mit dem Film erreicht werden soll – und diese nicht durch andere Ansprüche verwässern zu lassen.

 

Was habt ihr mit dem Virtual-Reality-Film erreicht?

Unser primäres Ziel mit dem VR-Film war, die Stornoquote ganz grundsätzlich zu senken. Die Zahlen der ersten Monate zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Zudem wollten wir die dank VR die Standaktion für die Passanten und potenziellen Neuspendenden attraktiver machen, denn immer auf dieselbe Art angesprochen zu werden, ist auf die Dauer langweilig. Rückmeldungen von den Mitarbeitenden auf der Strasse zeigen, dass Virtual Reality attraktiv ist und auf jeden Fall hilft, Menschen für die Arbeit von Helvetas zu begeistern. Ein weiteres Ziel war es, unsere Projektarbeit grundsätzlich emotionaler zeigen zu können und erlebbar zu machen, und das ist uns sicherlich gelungen.

 

Wem würdest du empfehlen, auch auf VR zu setzen?

Firmen und Organisationen mit einer klaren Idee, wozu der VR-Film dienen soll – d.h. mit einer klaren Zielsetzung sowie allenfalls einer Materie, die eher schwierig zu erklären ist, aber einfach zu erleben. Denn das ist der Vorteil von VR: Das Erlebnis ist unmittelbar.

 

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