Während den vergangenen Tagen wurden neue VR-Brillen angekündigt, vielversprechende Auswertungsmöglichkeiten bei 360°-Videos geschaffen und mit Snapchat setzt ein grosser Player im Mobile-Bereich nun ebenfalls auf 360°-Videos. Die bevorstehende Spielemesse Gamescom in Köln mit Schwerpunkt auf Virtual Reality ist bereits seit Wochen ausverkauft und erwartet rund 500’000 Besucher.
Facebook führt Heatmaps für 360°-Videos ein (fb.com)
Mit dem neuesten Update für 360°-Videos erlaubt Facebook einerseits, die Videoausrichtung über die Abspieldauer im Vorfeld festzulegen. Andererseits führt Facebook ein starkes Tool für FB-Seiteninhaber ein: Ab sofort lassen sich von den Videos sogenannte “Heatmaps” erstellen, in welchen man sieht, welche Bereiche des 360°-Videos sich User angesehen haben. Die Konkurrenz-Platform Jaunt VR liefert dem Publisher ebenfalls solche Daten und ermöglicht damit Verbesserungen in der Produktion von 360°-Inhalten.
Auch Snapchat führt 360°-Videos ein (vrscout.com)
Nach YouTube, Facebook und Twitter setzt nun auch Snapchat auf 360°-Videos. Gemäss dem Blog VR Scout soll es dabei nicht nur möglich sein, sich durch bewegen des Smartphones in 360° umzuschauen, sondern auch, sich im Video fortzubewegen.
Intel stellt mit Alloy ein “all-in-one” VR-Headset vor (techcrunch.com)
An den Intel Developer Forums hat Intel mit dem Projekt Alloy ein neues kabelloses VR-Headset angekündigt, welches alle Sensoren und Kameras verbaut hat und nicht (wie z.B. bei Oculus oder der HTC Vive) auf externe Geräte angewiesen ist. Die Hardware, welche auch Hand-Tracking ermöglicht, soll in der zweiten Hälfte 2017 per Open-Source-Lizenz für alle erhältlich sein. Ziel ist es damit Entwickler zu finden, für das in Zusammenarbeit mit Windows entwickelte “Windows Holographic Operating System”.
Gelähmte können dank VR wieder “gehen” (metro.co.uk)
Brasilianische Forscher haben Langzeit-Gelähmten mittels einem Exoskelett und VR die Möglichkeit gegeben, das Gefühl vom Gehen zu erleben. Ziel des Therapieansatzes ist es, dem Gehirn die Kontrolle über bestehende aber deaktivierte Nerven zurückzugeben: “While patient one was initially not even able to stand using braces when placed in an orthostatic posture, after 10 months of training the same patient became capable of walking using a walker, braces and the assistance of one therapist.” Ein weiterer Artikel zu dieser vielversprechenden Anwendung von VR findet sich hier.
Erstes Musikvideo in Tilt Brush erstellt (uploadvr.com)
Die australische Band “Ball Park Music” hat für ihr neues Stück “Whipping Boy” eine spezielle Art eines Musikvideos geschaffen: Und zwar wurde das Video komplett in Tilt Brush kreiert. Dieses Tool erlaubt es auf der HTC Vive im dreidimensionalen Raum zu malen, mit dem neuesten Update wurden auch audio-reaktive Pinsel eingeführt, von denen das Video gebrauch macht. Das Video kann auf YouTube betrachtet werden oder als .tilt Datei für Tilt Brush heruntergeladen werden.
VR-Brille in Sonnenbrillen-Grösse aus China (cnet.com)
Das chinesische Startup Dlodlo möchte mit einem besonders leichten VR-Headset auf den Markt kommen. Die an eine Sonnenbrille erinnernde VR-Brille soll ca. halb so schwer sein wie ein iPhone 6 Plus und mit einer Auflösung von 1200×1200 Pixel pro Auge (bei einem Sichtfeld von 105°) eine bessere Auflösung bieten als beispielsweise die Oculus Rift. Die Brille soll 559 US-Dollar kosten, wenn sie im Oktober 2016 für Entwickler erhältlich sein wird.
Disney und Google starten Augmented-Reality-Webseite (vrodo.de)
Eine besondere Art der Promotion hat sich Disney für den kommenden Film “Pete’s Dragon” ausgedacht. Die Webseite setzt dabei ähnlich wie Pokemon Go auf ein Sammel-Spiel, in welchem der User in seiner Wohnung Alltagsgegenstände scannen soll, welche mit der riesigen Google Bilder-Datenbank abgeglichen werden. Stimmen die Gegenstände mit dem vorgegebenen Gegenstand überein, erhält man eine Belohnung. Kerntechnologie dabei ist Googles Computer Vision, die hier eindrücklich das Potential aufzeigt. Starten kann man das Spiel mit dem Aufrufen des Links auf dem Smartphone.
New York Times kauft VR-/AR-Agentur (digiday.com)
Um ihre Native-Advertising-Kompetenz zu stärken, hat die NYT die Agentur “Fake Love” übernommen. Das Unternehmen aus Brooklyn ist auf Live Experiences, Virtual Reality und Augmented Reality spezialisiert.
Stanford-Professor nennt vier Gründe für VR (slate.com)
Jeremy Bailenson, Kommunikationsprofessor und Gründer des renommierten “Virtual Human Interaction Lab”, steht dem aktuellen VR-Hype eher skeptisch gegenüber. Er nennt aber vier Adjektive, die VR-Experiences beschreiben, die Sinn machen:
- Teuer: Was zu teuer ist, kann günstiger in VR erlebt werden. Zum Beispiel eine Reise in ein weit entferntes Museum.
- Gefährlich: Den Kilimandscharo zu erklettern ist für viele zu gefährlich. In VR kann man dieses Erlebnis haben, ohne sich in Gefahr zu begeben.
- Unmöglich: Mit VR kann man Zeitreisen machen oder die Welt durch die Augen einer anderen Person sehen.
- Selten: Wer Whale-Watching macht, sieht vielleicht einen ganzen Tag lang keinen Wal. In VR gibt’s immer Wale zu sehen.