Diese Woche war geprägt durch eine Vielzahl von Meldungen über neue Virtual-Reality-Anwendungen, die zeigen, wie breit VR eingesetzt werden kann: Immobilienfirmen, Medienhäuser, NGOs, Museen und Schulen haben die Technologie für sich entdeckt und setzen sie nutzbringend ein. Mit Apple und HTC haben zudem zwei grosse Konzerne für News gesorgt.
Gebäudeprojekte dank Virtual Reality schneller bewilligt
US-Bauunternehmen McCarthy nutzt VR, um virtuelle Besichtigungen zu ermöglichen und plant mit Kunden die Inneneinrichtung gleich im virtuellen Gebäude mit einer VR-Brille. Der grösste Vorteil gegenüber früher verwendeten Modellen stellt laut McCarthy die sehr exakte Vorstellung von Dimensionen durch VR dar. So kann der Kunde beispielsweise die Höhe der Decke und die Grösse der Fenster viel realistischer erfassen. Zudem ist für Ihn erkennbar, wie das Licht in Abhängigkeit zur Tageszeit fällt. So können störende und fehlende Elemente bereits vor Baubeginn erkannt werden, wodurch teure Anpassungen am physischen Bau entfallen oder zumindest reduziert werden. Laut dem Bauunternehmen wurden seit der Einführung von VR die Projekte des Bauunternehmens schneller bewilligt und die positiven Kundenrückmeldungen haben zugenommen. Mehr Informationen zu diesem Anwendungsbereich von Virtual Reality finden Interessierte in unserem Blog-Beitrag “Virtual Reality: Wohnungs-Besichtigungen vom heimischen Sofa aus”.
Empathie für die Opfer der Ebola-Epidemie mittels VR
Die UNO setzt bei einem neuen Film auf Virtual Reality, um Empathie für Opfer der Ebola-Epidemie zu schaffen. Im Film kann der Alltag der Frau Decontee Davis in Monrovia erlebt werden, die dank ihrer Immunität gegenüber der Krankheit anderen hilft. “The Ebola crisis has captivated the world in its devastating effects over the last year and a half… however, the individual stories behind the numbers are often not told,” meint der UNO-Berater und Filmemacher Gabo Arora.
Der 8-minütige Film namens “Waves of Grace” ist Teil einer VR-Filmserie der UNO, um die Spende-Müdigkeit zu bekämpfen. Produziert wurde der Film von VRSE und Vice Media, welche bereits “Clouds Over Sidra” produzierten. Dort wird ein Mädchen in einem syrischen Flüchtlingslager begleitet.
MTV Video Music Awards in 360° Virtual Reality
MTV übertrug die diesjährigen Video Music Awards als 360°-Video. Dabei arbeitete der TV-Sender mit der Firma IM360 zusammen wobei die sich die Vorbereitungen über sechs Monate erstreckten. “VR isn’t going to replace traditional broadcasts, but serve as a new second screen experience,” meinte Whitehead, der Creative Director bei IM360. Fortune schliesst, dass dies ein schlauer Schachzug von MTV ist, bereits jetzt auf VR zu setzen, hat MTV doch eine junge, technikaffine Zielgruppe und Prognosen deuten darauf hin, dass AR und VR im TV- und Filmgeschäft bereits 2020 über $10 Milliarden Umsatz generieren werden.
Mehr Besucher bei Madame Tussauds dank VR?
Londons Madame Tussauds, die weltbekannte Touristenattraktion mit Wachsfiguren, setzt auf Virtual Reality zur Promotions ihrer Events. Bereits im September sollen mit der Samsung Gear VR Ausstellungsräume in 360° angeschaut werden können. Laut den Verantwortlichen sollen damit nicht nur mehr Besucher generiert, sondern auch das Besuchserlebnis erweitert werden.
Schulkinder lernen das korrekte Verhalten im Strassenverkehr mit einer VR-Brille
Nach den Sommerferien beginnt die Schulzeit und damit ist erhöhte Vorsicht geboten im Strassenverkehr. Um Unfälle zu vermeiden, hat die Universität in Guleph (Kanada) eine Virtual-Reality-Anwendung entwickelt, mit welcher Schulkinder das korrekte Verhalten im Strassenverkehr üben können.
Apples Ambitionen im VR-/AR-Bereich erhärten sich
Die Gerüchte häufen sich, dass Apple ebenfalls auf Virtual Reality und/oder Augmented Reality setzt. So kaufte Apple im März dieses Jahres für $32 Mio Metaio, eine Münchner Softwarefirma mit Dutzenden von VR-Patenten. Im späten 2013 akquirierte Apple die Firma PrimeSense für $345 Mio, welche die ersten Kinect-Bewegungssensoren entwickelte. Nun wurde vergangene Woche publik, dass Apple einen Lead Engineer von Microsofts Hololens Team abgeworben hat. Ein weiteres Puzzlestück, welches die Ambitionen verdeutlicht ist die Nähe von Apple zum Animationsstudio Pixar, das ein guter Content-Lieferant für immersive Inhalte wäre.
Vive kommt später – HTC forciert Entwicklungen von Inhalten für VR-Platform
Die VR-Brille HTC Vive, welche zusammen mit Game-Firma Valve entwickelt wird, kommt erst anfang 2016 auf den Consumer-Markt. Damit dann auch genügend Inhalt zur Verfügung steht, forciert die taiwanesische Firma Beziehungen zu möglichen Schlüssel-Playern im VR-Space. In diesem Zusammenhang hat HTCs Co-Founder (und Ex-CEO) Peter Chou die Rolle des Executive Directors bei Digital Domain übernommen. Diese 22-jährige Firma aus Hong Kong hat Spezialeffekte für Filme wie Iron Man 3, Transformers und Titanic produziert. Zudem war die Firma auch bei Game-Entwicklungen wie Assassin’s Creed Unity, Destiny and Halo: The Master Chief Collection beteiligt.