«Oculus is awesome for games, but it’s the future of movies» titelte die Journalistin Angela Watercutter am 28. Januar 2014. In einem WIRED-Artikel schrieb sie über ein Erlebnis am Sundance Film Festival: Dort wurde der erste gefilmte (also nicht in 3D gebaute) Virtual-Reality-Film gezeigt – eine 360-Grad-Aufnahme eines Beck-Konzerts mit 3D-Audio. Sobald die Autorin eine Oculus-Brille auf dem Kopf hatte, war sie nicht mehr am Filmfestival, sondern mit Beck auf der Bühne. Die Autorin war begeistert. «It’s not just concerts», schrieb sie. «All kinds of filmed entertainment, from documentary films to CGI masterpieces, are going to change.»

Seit dem Artikel von Angela Wattercutter hat sich einiges getan. Es gibt Virtual-Reality-Musikvideos, Tourismus-Experiences  – und kürzlich begannen in Baltimore die Dreharbeiten für den ersten Virtual-Reality-Spielfilm. Doch das neue Medium steht immer noch ganz am Anfang, denn im Vergleich zum klassischen Filmemachen ändert sich einiges.

1) Ein neues Erlebnis

Filme sind ein Fenster in eine andere Welt. Virtual-Reality-Filme erlauben uns, diese Welt nicht nur durch ein Fenster zu betrachten, sondern sie zu betreten. Das führt zu einem viel intensiveren Erlebnis als beim normalen Filmkonsum. Der Filmemacher Chris Milk (von dem übrigens der Beck-Film stammt) sagt: «Virtual Reality connects humans to other humans in a profound way that I’ve never seen before in any other form of media.»

2) Eine neue Art, Geschichten zu erzählen

Da Virtual-Reality-Filme nicht durch ein Fenster erzählt werden und die Zuschauer selbst entscheiden, wo sie hinschauen, muss man sich neue Techniken überlegen, um ihre Aufmerksamkeit zu lenken. Ein Beispiel: Auf der einen Seite eines 360°-Bildes kämpfen zwei Männer mit Schwertern – und auf der anderen Seite spielt eine Katze mit einem Tennisball. Wie kann der Regisseur sicherstellen, dass der Zuschauer in die richtige Richtung schaut?

Hier spielt der Ton eine wichtige Rolle, denn 3D-Audio kann dem Zuschauer andeuten, wo sich die Action abspielt. Die andere Frage ist: Ist es nicht auch völlig in Ordnung, wenn sich jemand mehr für Katzen interessiert als für Schwertkämpfe? Der Filmemacher Anrick schreibt dazu: «Script writing is becoming more like world building.» Wer VR-Drehbücher schreibt, erzählt keine linearen Geschichten, sondern schafft Welten.

3) Eine neue Filmgrammatik

Der Film hat sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt. Mittlerweile haben sich die Zuschauer daran gewöhnt, dass geschnitten, gezoomt und gefahren wird. Mit Virtual Reality ist das anders: Es muss eine neue visuelle Sprache entwickelt werden. Der Zuschauer wird Teil der Handlung. Er ist dort, wo die Kamera steht. Das heisst beispielsweise, dass Schnitte ziemlich heikel sind. Wenn man in einem immersiven Film plötzlich in der anderen Ecke des Raumes steht, ist man zuerst einmal ziemlich verwirrt. «Doch vielleicht entwickelt sich eine neue Art, Raum und Zeit in der Darstellung zu manipulieren”, schreibt der slashCAM-Autor Thomas Richter: “eine andere Filmgrammatik.»

 

English Summary
Virtual Reality is fundamentally changing the way films are created and experienced. Instead of seeing a story unfold on a screen, the viewer becomes part of the story. This brings new challenges to filmmakers: They need to find new means to guide their audience’s attention, for example with the use of 3D audio. Additionally, they need to develop a new visual language, since certain film techniques (like cuts, travellings or zooms) can’t be directly translated to Virtual Reality.

 

Titelbild: Trendhunter

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