Am Auffahrtswochenende fand in Crans-Montana das erste «World Virtual Reality Festival» statt. Wir waren vor Ort und haben über 20 verschiedene VR-Erlebnisse ausprobiert. Hier unsere fünf Favoriten.
Notes on Blindness (Samsung Gear VR)
Wie fühlt es sich an, blind zu sein? Dieses VR-Projekt lässt Sehende in die Haut des blinden Autors John Hull schlüpfen. Man erlebt, wie sich ein Blinder aufgrund von Geräuschen ein Bild von seiner Umgebung macht.
AltspaceVR (HTC Vive)
«Be there together» ist der Slogan von AltspaceVR, das auf der HTC Vive, der Oculus Rift und der Gear VR läuft. Wir haben die Social-VR-Experience mit der HTC Vive getestet, mit der man sich nicht nur umschauen, sondern – Positional Tracking sei Dank – auch im virtuellen Raum bewegen kann. Kaum hat man die High-End-Brille an, befindet man sich mitten unter Avataren im virtuellen Raum. Um keine «awkward silence» aufkommen zu lassen, fühlt man sich fast gezwungen, ein Gespräch mit den anderen Usern im Raum zu beginnen – was sich völlig natürlich anfühlt. Ebenso natürlich fühlt es sich an, mit dem Vive-Controller ein auf der virtuellen Bar liegendes Schwert aufzulesen und mit einem Avatar einen freundschaftlichen Schwertkampf auszutragen.
Defrost (Samsung Gear VR)
Diese VR-Serie lässt den Betrachter in die Haut einer Frau schlüpfen, die nach 30 Jahren im Gefrierfach gerade wieder aufgetaucht wurde. Der Regisseur Randal Kleiser (bekannt z.B. von «Grease») lässt die Schauspieler oft direkt in die Kamera sprechen, was dem Betrachter das Gefühlt gibt, wirklich die Hauptperson des Filmes zu sein. Da die Protagonistin in einem Rollstuhl herumchauffiert wird, sass man am WVRF auch als Betrachter in einem Rollstuhl.
Henry (Oculus Rift)
Dieser vom Oculus Story Studio entwickelte VR-Kurzfilm dreht sich um einen einsamen Igel: Henry umarmt seine Freunde gerne, was für diese aber sehr schmerzhaft ist – und dazu führt, dass der Igel seinen Geburtstag alleine feiern muss. Der Film ist sehr Pixar-mässig umgesetzt – aber im Gegenteil zu einem klassischen Animationsfilm schaut man nicht zu, sondern ist mitten drin. Das wird dadurch verstärkt, dass einem Henry immer wieder direkt anschaut.
Google Tilt Brush (HTC Vive)
Dieses Gestaltungsprogramm lässt den User im dreidimensionalen Raum malen – zum Beispiel mit Duct Tape, Feuer oder Rauch. Mit der HTC Vive kann man so sein Kunstwerk von allen Seiten betrachten. Wer selbst nicht so begabt ist, kann auch in gespeicherte Werke von Künstlern eintauchen.
Titelbild: YouTube-Screenshot (https://www.youtube.com/watch?v=TckqNdrdbgk)