In unseren letzten beiden Briefings haben wir darüber berichtet, wie wegen dem Coronavirus mehr und mehr Veranstaltungen virtuell durchgeführt werden. Das aktuellste Beispiel: Das Radrennen «Tour de Suisse». Im heutigen Briefing haben wir aber auch eine ganze Ladung coronafreie VR-News – zum Beispiel aktuelle Forschungsergebnisse, wie VR in der Physiotherapie und gegen häusliche Gewalt eingesetzt werden kann. 

 

Virtuelle Tour de Suisse startet heute

Heute Mittwoch (22.4.) um 17 Uhr geht es los mit «The Digital Swiss 5», der virtuellen Version der Tour de Suisse (die wegen der Coronakrise nicht stattfinden kann). Die Profis strampeln von Zuhause aus und werden als Avatare in eine virtuelle Simulation eingebunden, die auf Videoaufnahmen basiert. Das virtuelle Rennen dauert fünf Tage und wird von SRF live übertragen

 

VR und Motion Capturing verbessern Physiotherapie

Mit der Kombination von Virtual Reality und sogenanntem Motion Capturing, mit welchem man Körperbewegungen aufzeichnet und auf virtuelle Avatare überträgt, könnten in Zukunft Physiotherapien zuhause stark verbessert werden, versprechen sich Forscher. Die Idee ist, dass sich Patienten eine VR-Brille aufsetzen und in einer virtuellen Umgebung den Bewegungen von virtuellen Coaches folgen können, welche die korrekten Bewegungen vorher aufgezeichnet haben.

 

Studie: VR könnte Missbrauch senken

In einer neuen Studie zu häuslicher Gewalt haben Psychologen und Neurologen in einem Experiment untersucht, ob Virtual Reality dazu verwendet werden kann, bei Missbrauchstätern die Empathie für Opfer zu erhöhen, indem man ihre Perspektive einnehmen kann. Die Studie kommt zum Schluss, dass durch das Gefühl der Präsenz, welches mit VR erzeugt werden kann, die Therapieaussichten sehr erfolgsversprechend sind.

 

Porsche setzt auf VR-Marketing

Da das neue, vollelektrische Porsche-Modell Taycan noch nicht in allen Märkten verfügbar ist, kann es mit der «Taycan VR Experience» virtuell erlebt werden. Interessierte sehen mit der VR-Brille ein 3D-Modell des Fahrzeugs in Originalgrösse, können die Farbe beliebig anpassen und auch einen Blick in das Innenleben werfen. Mehr zum Thema «Virtual Reality im Marketing» gibt’s hier zu lesen. 

 

Oculus zeigt Details zum Tasbi-Armband für haptisches Feedback

Forscher des Facebook Reality Labs haben weitere Details zum Tasbi-Armband vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Armband mit sechs Aktoren, welche durch Vibrationen ein haptisches Feedback erlauben. Zudem kann sich das Armband zusammenziehen und ausdehnen, um Druck zu simulieren. Mit diesem Armband und dem bereits implementierten Handtracking sollen in Zukunft sehr realistische Interaktionen mit digitalen Objekten möglich sein. Der Armband-Ansatz sieht zudem optisch ansprechender aus als das kürzlich ebenfalls vorgestellte «Wireality»-System, welches mit Fäden arbeitet, um Widerständen an den Fingern zu simulieren:

Mozilla will offene Metaverse-Plattform schaffen

Bereits 2018 hat Mozilla eine VR-Plattform namens Hubs vorgestellt, welche komplett im Browser läuft. User können sich am PC, auf dem Smartphone oder auch auf einer VR-Brille in einer 3D-Umgebung treffen und sich mittels Avataren austauschen, ohne einen Account anlegen zu müssen oder eine Software zu installieren. Mozilla baut Hubs nun Richtung «Metaverse» aus und tritt damit gegen Facebook an, das mit Horizon eine eigene Software entwickelt.

 

Neues Area-Tracking erlaubt präzise Indoor-Navigation in AR

Mit dem neusten Update der AR-Software Vuforia ist es möglich, ganze Gebäude als 3D-Modell zu scannen und als Referenz zu hinterlegen. Damit können beispielsweise Informationen zu Geräten sehr passgenau an der richtigen Stelle «angeheftet» werden, wie folgendes Beispiel anhand eines Druckers zeigt:

Profi-Boxer trainiert mit VR

Nachdem wir im letzten Briefing davon berichtet haben, dass ein Eishockey-Goalie mit VR trainiert, folgt nun die nächste Meldung zu einem Profisportler, welcher während der Coronakrise auf Virtual Reality setzt. Es handelt sich dabei um den Boxer Tamuka Mucha, welcher auf einer Oculus Quest das Boxspiel «Thrill of the Fight» nutzt, um für nicht mehr stattfindende Turniere oder Trainings zu kompensieren.

 

Facebook bringt Gaming- und 3D-App

Mit einer neuen Streaming-App für Gamer möchte Facebook den Platzhirschen Google (Youtube), Microsoft (Mixer) und Amazon (Twitch) Marktanteile streitig machen. Die App soll im Juni live gehen und es ermöglichen, Gamern beim Spielen zuzuschauen. Damit macht Facebook einen weiteren Schritt in Richtung Gaming, nachdem der Konzern bereits über eine Milliarde Dollar in die Entwicklung von VR-Games investiert hat und mit Oculus in diesem Markt stark vertreten ist. Ausserdem arbeitet Facebook an einer Funktion, 3D-Inhalte künftig direkt vom Smartphone (z.B. im Facebook Newsfeed) an eine VR-Brille zu schicken. 

 

XRSwim: Plattform für WebXR-Apps

Um eine zentrale, übersichtliche Plattform für WebXR-Anwendungen zu schaffen, arbeitet das Spielestudio Chicken Waffle mit Mozilla, Unreal, Unity und anderen Entwicklern zusammen. Ziel ist es, den Zugang zu den Apps per Browser möglichst einfach zu machen.

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