Augmented Reality ist spätestens seit Pokémon Go ein geläufiger Begriff. Nun kommt die Technologie immer mehr in unserem Alltag an – zum Beispiel in der Form von AR Filtern auf Facebook.
Was ist Augmented Reality?
Von Augmented Reality (AR) spricht man dann, wenn die echte, physische Realität mit technologischen Hilfsmittel mit digitalen Inhalten erweitert wird – im deutschen Sprachraum spricht man deshalb oft von «erweiterter Realität». Im Gegensatz zu Virtual Reality sieht man also seine Umgebung noch und taucht nicht komplett in eine digitale Welt ab. Einen ausführlichen Beitrag zum Unterschied zwischen Virtual und Augmented Reality haben wir bereits vor drei Jahren veröffentlicht. Welche Möglichkeiten sich mit AR im Marketing eröffnen, haben wir auf dieser Seite zusammengefasst.
Während bis jetzt die wenigsten von uns eine AR-Brille zuhause haben, nutzen bereits sehr viele Instagram-, Facebook- und Snapchat-User die Technologie in Form von Selfie-Effekten. Dank immer besser werdenden Face-Tracking-Algorithmen kann man sich Hasenohren aufsetzen, sich in einen Game-Charakter verwandeln oder sogar Sonnenbrillen anprobieren.
Facebook & Instagram AR Filter
Facebook hat im November 2017 seine AR-Funktionen als Beta freigegeben (und wir konnten für Jägermeister im Dezember bereits einen Filter realisieren). Seither hat sich die Technologie einiges verbessert, und damit auch die Möglichkeiten und Einsatzgebiete. Mittlerweile können solche AR-Filter auch für Instagram kreiert werden. Der entscheidende Vorteil von Facebook & Instagram AR Filtern besteht darin, dass potentielle Zielgruppen direkt erreicht werden können, ohne dass ein weiterer App-Download nötig ist. Die installierte Facebook- bzw. Instagram-App reicht aus, um die Filter nutzen zu können.
Das ist insbesondere für Marketing-Anwendungen spannend: Wer einen witzigen AR Filter entdeckt, teilt ein damit aufgenommenes Foto oder Video gerne mit seinen Freunden. Und promotet damit indirekt auch die Marke, welche hinter dem Filter steht.
Beispiel 1: Face Filter
Eine einfache Anwendung dieser AR Filter besteht darin, ein Objekt auf dem Kopf oder im Gesicht zu platzieren. In einem AR-Filter für Jägermeister haben wir dies mit einem zum Brand passenden Geweih realisiert. Im Auftrag der Agentur Sir Mary haben wir für Allianz zwei AR-Filter kreiert: Bei einem wurde man zum Formula-E-Piloten, der zweite verwandelte zum Muttertag auch erwachsene Kinder in süsse Wesen, denen man jede Jugendsünde verzeiht.
Beispiel 2: Interaktion
AR-Filter können auch interaktive Komponenten haben und zum Beispiel darauf reagieren, wenn der Nutzer den Mund öffnet oder den Kopf bewegt. Diese Interaktivität kann so weit getrieben werden, dass ganze Games entwickelt werden können. Ein Beispiel ist der «Face Slalom», den wir für Davos Klosters entwickelt haben.
Beispiel 3: Verpackungen & Plakate
Seit einiger Zeit können auf Instagram und Facebook neben Gesichtern auch Bilder getrackt werden. So kann man beispielsweise Plakate oder Verpackungen mit Augmented-Reality-Inhalten anreichern. Dieses Feature hat beispielsweise Starbucks genutzt, um seine «Holiday Cups» mit einem AR-Effekt auf Instagram zum Leben zu erwecken:
Beispiel 4: AR in der Umgebung
Neben Gesichtern und Bildern kann das AR-Framework von Instagram und Facebook auch Flächen erkennen. Pepsi nutzte dieses Feature für eine Sommerkampagne, mit der man auf den Flaschen einen QR-Code scannen könnte, welcher zu einer ganzen Reihe von AR-Inhalten auf Instagram führte. Die AR-Filtern enthielten sommerliche 3D-Objekte, welche man in seiner Umgebung platzieren und mit Freunden teilen konnte.
Wohin geht die Reise?
Neben Facebook und Instagram setzt auch Snapchat stark auf Augmented Reality und wurde beispielsweise von Nike für den ersten Sneaker-Launch in AR genutzt. Während diese Plattformen gute AR-Frameworks und auch eine grosse Reichweite bieten, wird aber auch «WebAR» immer wichtiger, also Augmented-Reality-Anwendungen ohne App. So wird das Smartphone mehr und mehr zur Augmented-Reality-Plattform. Und damit ein neuer Raum voller Chancen im Marketing.