Während die Schweizer Krankenkasse CSS mit MR experimentiert, stehen diese Woche zwei grössere Ankündigungen in den Bereich AR und VR an. Einerseits wird Samsung während seiner Entwicklerkonferenz den Fokus auf Augmented Reality legen. Es wird vermutet, dass unter dem Namen «Project Whare» eine AR-Cloud vorgestellt wird. Möglicherweise wird auch ein AR-Headset präsentiert. Auch HTC Vive wird am Donnerstag neue Hardware vorstellen: erwartet wird hier ein VR-Headset für professionelle Anwender.
Schneller zum Treppenlift dank Mixed Reality
Potentielle Kunden von Treppenliften kriegen ab 2019 von einem ThyssenKrupp-Techniker Besuch, der mit einer HoloLens ausgerüstet ist. Hiermit kann der ThyssenKrupp-Mitarbeitende ein dreidimensionales Hologramm des in Privathäusern installierten Treppenlifts vor Ort erstellen. Im Anschluss können Kunden die gewünschten Spezifikationen wie Farbe und Form aussuchen. Mittels Headset oder Tablet kann der Kunde im Anschluss den Wunschlift im Betrieb und aus allen möglichen Winkeln betrachten. Danach wird die Bestellung gleich vor Ort abgeschlossen und der Hersteller kann sogleich mit der Produktion beginnen. Dank der Mixed-Reality-Technologie konnte der Verarbeitungsprozess für einen Treppenlift von acht auf zwei Wochen verkürzt werden.
CSS experimentiert mit virtuellem Physio
In Zusammenarbeit mit Magic Leap, der ETH und Physiotherapie-Experten hat das CSS Health Lab einen Prototypen für die AR-Brille «Magic Leap One» entwickelt. Darin zeigt ein digitaler Physiotherapeut dem Patienten die Übungen vor. Die Technologie soll helfen, die Übungen zuhause nicht nur motivierter, sondern auch richtig durchzuführen – für eine effiziente und damit kostengünstigere Behandlung. Am Digitaltag 2018 konnte der Prototyp am HB Zürich ausprobiert werden – unter anderem hat sich auch Bundesrat Alain Berset die MR-Brille aufgesetzt:
VR-Game hilft Kindern bei MRI-Scans
Eine medizinische Untersuchung in einer MRI-Maschine kann für Kinder wegen dem engen Raum, dem Lärm und der Trennung von den Eltern eine beängstigende Erfahrung sein. Ausserdem muss ein MRI-Scan wiederholt werden, wenn sich das Kind in der Röhre bewegt. Um die Angst vor der Untersuchung zu nehmen und das Kind vorzubereiten, setzt das Gillette Children’s Hospital in St. Paul auf ein VR-Game. Darin erlebt das Kind bereits den gesamten Ablauf in einer comicartigen Welt – inklusive Jubel und Konfetti, wenn es sich richtig verhalten hat. Die 90-sekündige Experience für die Oculus Go erntete dabei viel positives Feedback.
Facebook reorganisiert Oculus und plant mit Werbeeinnahmen aus VR und AR
Wie TechCrunch berichtet, hat Facebook seine AR- und VR Teams reorganisiert, um besser auf das Ziel ausgerichtet zu sein, VR in den nächsten 10 Jahren in den Mainstream zu bringen. Wir erinnern uns: Zuckerberg kündigte 2017 an, Facebook wolle eine Milliarde Menschen in die Virtual Reality bringen. Mit Augmented Reality sammelte Facebook bereits einige Erfahrungen und hat kürzlich auch AR-Anzeigen im Newsfeed aktiviert. Mit diesem neuen Einnahmekanal rechnet Facebook mit insgesamt 40 bis 50% mehr Einnahmen. Ausserdem wird erwartet, dass Oculus eine verbesserte Version der VR-Brille «Rift» anfangs 2019 veröffentlichen wird – dies parallel zur ebenfalls angekündigten «Oculus Quest».
Google patentiert Eye-Tracking-System zur Erkennung von Gesichtsausdrücken
In einem kürzlich eingereichten Patent beschreibt Google ein Verfahren, um mittels mehrerer Eye-Tracking-Sensoren den Gesichtsausdruck von Menschen zu erkennen. Dies soll dazu genutzt werden, auf Head Mounted Devices die Mimik zu erkennen und diese beispielsweise auf einen Avatar zu übertragen. So wäre es beispielsweise möglich, in einer virtuellen Umgebung die Emotionen des Gegenübers ganz natürlich aus dem Gesicht zu lesen – ein wichtiges Element für Social VR.