Das Briefing dieser Woche kommt mit einer leichten Verspätung, denn gestern Abend hat Facebook im Rahmen der Oculus Connect eine ganze Reihe von Neuheiten präsentiert – welche wir unserer Leserschaft natürlich nicht vorenthalten wollen. Während Facebook unter anderem bekannt gab, das man an einer AR-Brille arbeite, sind auch zu den «Apple Glasses» neue Hinweise aufgetaucht.
Facebook spricht über seine AR-Pläne
An der Opening Keynote zur sechsten Ausgabe der Entwicklerkonferenz Oculus Connect machte Facebook (erneut) klar: «We are working on AR glasses». Die Software-Basis für die AR-Brille soll ein Projekt namens «LiveMaps» sein. Facebooks Version der AR-Cloud verknüpft digitale Informationen mit realen Orten. Die Daten sollen via Crowdsourcing, Karteninformationen und Smartphone- bzw. AR-Brillen-Footage gesammelt werden. Wann LiveMaps bereit ist oder wann die Brille auf den Markt kommen soll, gab Facebook nicht bekannt – es wird aber wohl noch ein paar Jährchen dauern.
Handtracking und PC-Unterstützung für die Oculus Quest
Neben den langfristigen AR-Plänen gab Facebook aber auch VR-News bekannt, die sich schon in näherer Zukunft materialisieren werden: Ab Anfang 2020 bekommt die Oculus Quest eine Handtracking-Funktion. Mit den in der Brille verbauten Kameras und viel Deep Learning werden die Hand- und Fingerbewegungen des Nutzers erkannt. Heisst: Man kann auch mit VR-Inhalten interagieren, ohne Handcontroller benutzen zu müssen. Zudem wird es bald möglich sein, die Quest an einen leistungsstarken PC anzuschliessen und darauf Games zu spielen, welche für die Oculus Rift entwickelt wurden. Eine Zusammenfassung der ganzen Keynote (inklusive der Ankündigung einer neuen Social-VR-App) gibt es in diesem Artikel.
IKEA Place neu mit «Room Sets»
Zum Launch von Apples ARKit entwickelte IKEA die Augmented-Reality-App «Place», mit der man virtuelle Möbel in seinem Zuhause platzieren kann. Jetzt erhält die App (die mittlerweile auch für Android verfügbar ist) ein Update: neu kann man damit nicht nur einzelne Möbel platzieren, sondern ganze Räume einrichten. Sogenannte “Room Sets” ermöglichen es, eine grössere Fläche mit digitalen Möbeln auszustatten und Kombinationen aus Möbelstücken zu probieren.
Engadin St.Moritz lanciert eine AR-App
Auf dem Engadiner Berg Corviglia kann man neu ein Augmented-Reality-Abenteuer erleben: Mit der Smartphone-App «Winterolymp» kann man den Bronze-Steinbock auf dem Piz Nair und andere Hotspots zum Leben erwecken.
Neue Hinweise auf Apples AR-Brille(n)
Schon vorletzte Woche haben wir über Apples Hardwarepläne in Sachen Augmented Reality berichtet, jetzt gibt es schon wieder News: Eine neue Patentanmeldung beschreibt ein System, das ein Field of View von bis zu 120° erreichen soll – etwa das dreifache von aktuellen Systemen wie der HoloLens. Ein solches Gerät wird Apple aber wohl in naher Zukunft noch nicht bauen können. Realistischer scheint ein Hinweis, den ein Developer in der neusten iOS-Version gefunden hat: Dort sollen drei verschiedene Devices spezifiziert sein, die alle ein Field of View in einem ähnlichen Rahmen wie die HoloLens 2 bieten sollen.
Das Wall Street Journal visualisiert die Börse in 3D
In einer Konzept-App für die MR-Brille Magic Leap One zeigt das Wall Street Journal, wie der Aktienmarkt im 3D-Raum dargestellt werden kann. Gemäss Roger Kenny vom Dow Jones Innovation Lab helfe diese Darstellung insbesondere Laien, die komplexen Daten zu verstehen: «Mit der räumlichen Datenverarbeitung aktiviert man einen ursprünglichen Teil des menschlichen Gehirns. Wir haben uns entwickelt, um in einer physischen Welt zu navigieren, so dass unser Gehirn darauf eingestellt ist, den Raum auf einer sehr grundlegenden Ebene zu verstehen.»
Datenbank mit 100’000 AI-generierten Portraits
Das amerikanische Unternehmen Icons8 hat die Website «Generated Photos» aufgeschaltet, auf der man 100’000 durch künstliche Intelligenz generierte Fotos herunterladen und lizenzfrei nutzen kann. Die Basis für die generierten Fotos waren 29’000 echte Fotos von 69 Personen.